Die Geschichte der Stadt Rothenburg im 30 jährigen Krieg
Schon immer war die Stadt Rothenburg in alle möglichen Kriege verwickelt. Kein Wunder, denn Rothenburg galt schon immer als einer der reichsten Städte in der deutschen Geschichte. Altbürgermeister Toppler machte die Stadt erst richtig bekannt und, vor allem, reich. Nach seinem Tot suchten schon viele nach dem sagenhaften Schatz, doch bis heute ist er unentdeckt.
Obwohl die Stadt Rothenburg, noch vor der Erfindung der Landsknechte, im Kriegswesen, schon immer unterentwickelt war, konnte sich die Stadt über 200 Jahre jeder Belagerung und jedem Krieg standhalten. Selbst gegen Städte wie Stuttgart, Nürnberg, Brandenburg und Ansbach.
Selbst im 30 jährigen Krieg, konnte es sich die Stadt erlauben gegen den Kaiser zu stimmen und sich der protestantischen Union und den Schweden anzuschließen. Was wieder dafür spricht, das die Stadt wirklich soviele Rücklagen gehabt haben muss, um sich das gegen einen Kaiser erlauben zu können.
Nachdem Magdeburg unter Tilly fiel, zog er zunächst weiter nach Süden um nach Würzburg zu gelangen. Die Schweden hatten sich südlich vom Main versammelt, sodass Graf Tilly nicht übrig blieb, als die Truppen um die Schweden herum zu bewegen. Auf dem Weg nach Würzburg stand nun die kleine Stadt Rothenburg. 1631 belagerte Graf Tserclaes von Tilly, mit 60000 Mann, die Stadt. Dies wehrte sich anfangs, bis durch einen Glückstreffer (es ist nicht wirklich bekannt, angeblich soll es aber Verrat gewesen sein) der Pulverturm der Stadt getroffen wurde und mehrere hundert Meter der Stadtmauer mitriss. Altbürgermeister Nusch ging auf den Galgenturm und hisste die rote Flagge. Graf Tilly konnte also ungehintert in die Stadt einmarschieren und hielt dort Kriegsgericht. Er befahl den Truppen die Brandschatzung und Zerstörung der Stadt Rothenburg. Erst durch das Gnadengesuch machte Graf Tserclaes von Tilly einen Kompromiss.
Solle es einer in der Stadt schaffen, einen Krug mit 3,25l Wein in einem Zuge zu leeren, will er die Stadt verschonen. Ein Angebot, das eigentlich nur Königen vorbehalten war. Altbürgermeister nahm den Krug, setzte ihn an und leerte ihn in einem Zug. Staunend über die Leistung des Bürgermeisters verschonte er die Stadt und zog weiter nach Würzburg.
Die Stadtwache als Elite im 30 jährigen Krieg
(diese Informationen wurden aus dem Stadtarchiv entnommen)
Die Türme und Mauern der Stadt waren schon immer das wichtigste Verteidigungmittel der Stadt. Im 17. Jahrhundert stand die Wachmannschaft unter einem Wachbieter, als die Elitegruppe der Stadt. Die sogenannte Wachelite war auch dür das Anschlagen der Stunden zuständig und verwaltete die Feuerwehr.
Von Turm zu Turm wurden Signale gegeben, wenn etwas los war, z.B. wenn drei und mehr Reiter zur Stadt kamen. Nachts musste jede Stunde ein Horn geblasen werden um zu zeigen, dass man auf der Hut ist. Bei Einbruch der Nacht wurden die Tore verschlossen und die Mannslöcher geöffnet. Die Vorhängeschlösser an den 6 Haupttoren wurden wöchentlich ausgewechselt. Auch das Öffnen der Tore geschah mit größter Umsicht. Der Türmer musste sichvergewissern, dass kein Feind kam. Erst dann durften der Torwart das innere Tor oder das Schlupfloch darin öffnen.
Bei Feuerwehreinsätzen musste die Wachmannschaft alarm schlagen. Alle Maurer und Zimmersleute mussten sich so schnell wie möglich zum Einsatzort begeben.
Was die Stadtwache als Elite der Stadt wirklich auszeichnete war die sehr hoch erwartete Disziplin der Männer, das stolze Auftreten und das die Stadtwache immer als erstes am Belagerungspunkt eintraf und, sofern es Überlebende gab, als letztes wieder gingen. Das die Wachmannschaft so schnell von Tor zu Tor kamen, lag daran, das niemand in der Stadt alle Straßen, Nebenstraßen und noch so kleinen Gassen auswendig können musste wie die Stadtwache. Einige Gassen dürften sogar von niemand anderem benutzt werden, was daran zu erkennen war, das die Gassen gerade so breit wie ein Mann waren um dafür zu sorgen, dass der Strom in eine Richtung ging, nämlich zur Gefahrenquelle.