Zuerst möchte ich an dieser Stelle anmerken, dass Krieg und Fehden nicht das Gleiche sind! Bei einer Fehde mussten sich die Angreifer an wichtige "Verhaltensregeln" halten. Eine Fehde musste mindestens 8 Tage vorher, deutlich angekündigt werden. Meist waren dabei Adlige im Spiel. Auch kleine Kriege unter oder in Familien waren Fehden, wobei hier der sogenannte Fehdehandschuh benutzt wurde. Da es in bzw. mit Rothenburg zu viele solcher "kleinen Fehden" gab, möchten wir hier nur die wichtigen Auflisten. Man möchte aber betonen, das Rothenburg im Laufe des 15. Jahrhunderts fast jedes Jahr bis zu 8-12 solcher "kleinen Fehden" verzeichnen durfte!
(Matthias Grüner)
1408
Kaufmannskrieg: Rothenburg, Ulm, Augsburg, Nürnberg, Memmingen und Konstanz verbünden sich um die Straßen für fahrende Händler zu sichern.
1414
Rothenburg zerstört Burg Tannenberg. Ritter Rüd von Kolmberg fing einen Bürger mit dem Knecht; Der Bürger kam ins Gefängnis bis er verfaulte, danach schickte er den Knecht mit den abgefaulten Füßen zurück nach Rothenburg, wo er im Spitalhof starb. Der Hauptmann wurde wegen Verrates festgenommen, die Finger abgehackt und gevierteilt.
1418 - 1424
"Gansische Fehde", Eberhard Gans von Brettheim hat 16 Häuser niedergebrannt und dabei 600 Malter Getreide (100260 liter) zerstört. Es ist unbekannt ob er gefasst wurde.
1431
Rothenburg stellt ein Aufgebot für Nürnberg gegen die Hussiten.
1441 - 1450
Städtekrieg; Rothenburg verbündet sich mit 19 weiteren, schwäbischen Städten. Dabei spielte Rothenburg eine zentrale Rolle. Schloss Meyenfels wurde nach 9 Wochen harten, schweren Kämpfen durch einen Kanonentreffer der Rothenburger am Hauptturm, der zum Einsturz kam, eingenommen.
1462
Kaiser Friedrich III. und Albrecht Achilles gegen Ludwig von Bayern. Für Rothenburg beginnt hier der erste Einsatz im Reichsaufgebot.
1474 - 1475
Karl der Kühne, Herzog von Burgund belagert die Stadt Neuß. Rothenburg folgte dem Marschbefehl zum Entsatz.
1475
Das Rothenburger Aufgebot bekommt Verstärkung aus der Heimat.
1499
Rothenburg zog unter der Flagge von Maximilian I. mit einem Aufgebot und 58 Söldnern in den Schweizer Krieg, was dazu führte, dass sich am Ende des Krieges die Schweiz von Deutschland löste, da Maximilian den "Landfrieden" gebrochen hatte.